Eisbadern fehlt das wichtigste: Eis

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Knapp 20 Eisbader sind zum 21. Mal zum Neujahrsschwimmen im Freibad Oederan in eisiges Wasser abgetaucht. Foto: Christof Heyden

Mit einem kernigen „Eis frei“ auf den Lippen stiegen die Oederaner Winterschwimmer zum traditionellen Neujahrsbaden 2018 in das kühle Element.

Oederan. Des motivierenden Schlachtrufs vom auf einen Startblock am Bassin gestiegenen Schornsteinfegermeisters Detlef Fröbel hätte es gestern in dieser Form vielleicht gar nicht bedurft: Bei Sonnenschein und blauem Himmel samt sechs Grad Lufttemperatur war das Nass längst vom Eispanzer befreit. Keiner der Kreislauf-Enthusiasten musste vor dem Bade körperlich schwere Arbeit mit einem Pickel leisten. Eis ist derzeit Mangelware. Mit Fotoapparaten bewaffnete Chronisten am Beckenrand wussten zu berichten, dass allenfalls zu Beginn der Adventstage einmal eine mit Kristallen geformte geschlossene Wasseroberfläche zu verzeichnen war.

Uwe Drechsel, links und Uwe Schubert checken die Wassertemperatur: 4 Grad. Foto: Christof Heyden

„Zum 21. Mal frönen wir unserer Leidenschaft“, wusste Monika Babst mit einem Blick in das Tagebuch der Eisbader von den gastgebenden Blau-gelben Eishaien zu berichten. Und die zeigten sich gut gerüstet, denn neben Hitze zurückgebenden Glühwein und Kalorien treibenden Torten gehörten auch leckere Fischsemmeln zum Imbiss nach dem Schwimmvergnügen.

Und das war für die gestählten Körper durchaus eine Herausforderung: Gerade Mal zwei Grad Celsius zeigte das Thermometer an. So vollzogen die Akteure, mit roten und blau-gelben Zipfelmützen ausgerüstet, nach dem Einstieg ins Wasser einige wenige Schwimmstöße, um dem Zwicken und Zwacken schnell wieder zu entgehen. Das sorgte für gesunde und mitunter genauso rote Hautfarbe wie die Kopfbedeckungen bei den Blutdruck-Kaskadeuren.

Doch die waren allesamt bestens motiviert. Neben den Oederanern und Memmendorfern gingen auch Flöhaer und vor allem Falkenauer Winterschwimmer an den Start. Die trainierten um Wolfgang Eichner, Micha Friedel und Gerhard Loth schon mal für die große Eisbaderschau in 14 Tagen, wenn sich Sachsens Eisbader-Elite im schmucken Naturbad einfinden wird.

Die Falkenauer Gäste Gerhard Loth, Micha Friedel und Wolfgang Eichner (von links) zünden vor dem Badgang eine Wunderkerze. Foto: Christof Heyden

Mit dem Leitspruch „Heute muss es sein, wer weiß, ob es in dieser Saison noch einmal so schön wird“, stieg Arnd Talkenberger als einer der ersten in die Fluten. Vor ihm war bereits Detlef Menzel abgetaucht. Der Chemnitzer war erstmals in Oederan dabei. „Seit Herbst trainiere ich, habe diese Disziplin für mich entdeckt“, so der Sportsmann, der im Naturbad Niederwiesa einmal wöchentlich seine Runden dreht und seit Jahren in der Schwimmhalle des Chemnitzer Sportforums seine heimischen Bahnen zieht. „Vor allem die Füße muss man schnell wieder warm bekommen“, wusste der Neueinsteiger einen Tipp zu geben. Dafür war unterdessen gesorgt. Nach dem erfrischenden Neujahrsvergnügen wurde am heißen Thermosbehälter zurück gebibbert.