Herzensrotes Strickwerk

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Im Webmuseum Oederan sind aus Restwolle weit über 4000 Quadrate gestrickt worden, die zu Wolldecken zusammengenäht werden.. Foto: Christof Heyden

Wer will fleißige Strickmädels sehen – der muss ins Web-Museum Oederan gehen. Geschickte Handarbeiterinnen haben Rest-Wolle für den guten Zweck verarbeitet.

Oederan. Zwei Monate lang waren insgesamt rund 30 Frauen aus der Stadt, aber auch Breitenau und Niederwiesa, regelmäßig der Einladung gefolgt, donnerstags 10 mal 10 Zentimeter großen Quadrate zu stricken. Die dem Weberhandwerk verschriebene Kultureinrichtung erlebte eine bislang nie erlebte Restpostenverwertung für ein karitatives Unterfangen: „Wir beteiligten uns für eine im Internet verbreitete Idee des Unternehmens Prym Consumer Europe aus dem rheinländischen Stolberg. Der renommierte Familienbetrieb und weltweite Zulieferer für die Bekleidung- und Textilindustrie hatte aufgerufen, für kranke und bedürftige Kinder zu stricken“, erklärt Museumsleiterin Ramona Metzler. „Jedes abgelieferte Teil honoriert die PrymConsumer Europe zugunsten der McDonald`s Kinderhilfestiftung mit einem Geldbetrag.“ Die vielerorts wie in Oederan entstandenen Wollquadrate der Aktion Herzensgut & Kunterbunt lässt das Unternehmen zu Kuscheldecken für Bedürftige weiterverarbeiten.

Jeweils zehn mal zehn Zentimeter groß sind die Wollquadrate, die für Decken zusammen genäht werden. Foto: Christof Heyden

Über 4000 Quadrate sind in der Stadt des Klein Erzgebirges zusammengestrickt worden. Am zurückliegenden Aktionstag wurde noch einmal in den vollen Korb der Wollknäuel gegriffen. Mit dem ersten Strickschlag zog auch Geselligkeit in die Runde der diesmal anwesenden zehn Frauen. Während die Stricknadeln treffsicher geführt das Material verketteten, tauschten die Akteure Schnorren zurückliegender Erlebnisse aus.

Die Gastgeber um Wollexpertin Helga Hofmeister kredenzten erwärmenden Tee, so dass auch Gemütlichkeit einzog, während draußen der Wind über den Marktplatz wehte. Erneut gehörten Sibylle Vogt, Gisela Schönfelder und Monika Neubert zu den fleißigen Maschenstripperinnen.

Rund 30 Frauen stricken für den guten Zweck im Web-Museum Oederan. Foto: Christof Heyden

Die hatten wie andere Mistreiterinnen auch Hausarbeit mitgebracht: Denn einige von ihnen haben in der zurückliegenden Zeit einige Dutzend Exemplare auch am heimischen Arbeitstisch gefertigt. Rund 3o Minuten benötigten die Strickprofis für eines der Quadrate. Je nach Materialbeschaffenheit bestehen die aus jeweils aus 16 bis 18 Maschen und 22 bis 23 Reihen. Unterdessen bewegt die Frauen ein anderer Gedanke. Was wird nach Abschluss der Aktion nun jeweils donnerstags gestrickt? Wie lässt sich die heitere Handarbeitsrunde weiterführen? Neue Pläne werden geschmieder. Vielleicht de Aktion ein Herz für Kinder? Indes: Männer wurden bislang nicht an Nadel und Faden gesichtet.