Wildbret bereitet Gaumenfreuden

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Musikanten aus Weimar brachten Stimmung: Jens Sachse, Violine und Jörg Pfeifenbring Konzertina. Foto: Christof Heyden

Die Augustusburg war Ausflugsziel unternehmungshungriger Zeitgenossen. Ungeachtet der wetterlaunigen Gegebenheiten lockte der Kunsthandwerkermarkt.

Augustusburg. Den feurigsten Ausstellungsplatz dürfte dabei Uwe Weide bedient haben. Der Thüringer aus Langenwetzendorf grillte einen 40-Kilo-Spieß  über urigen Lindenholz-Flammen. „Wildschwein und Hirsch habe ich selbst aufgefädelt, wir sind eine Wildfleischerei, schießen unsere Rohware selbst“, erzählte der Fleischermeister und zeigte die Kunst seines Handwerks. Fast vier Stunden dauerte allein die Vorbereitungszeit des mit Ingwer und Wachholder eingelegten Fleisches, welches die Gaumen der Gäste wahrlich kitzelte. Doch nicht nur diese Spezialitäten traten vom legendären Jagdschloss auf dem Schellenberg den Heimweg an. Auch Schweizer Feinkosträucherware wird den Erzgebirgern in den Adventsstuben munden, wie Rindfleischvariationen vom Mühlenhof aus Großbardau.

Er hatte den wärmsten Arbeitsplatz: Uwe Weide, der Wildfleisch am Spieß grillte. Foto: Christof Heyden

Ein Kälteschauer überzog die Mistelmädchen Denise und Diana aus Gera am Sonntagmorgen nach dem Regensamstag. Ihre frisch gepflückten thüringischen Mistelzweige gingen dennoch weg wie arme Semmeln. „Der aus England bekannte Brauch findet auch in Sachsen zunehmend seine Fans. Man hängt die Zweige am Türrahmen auf und küsst sich darunter“, so die Expertinnen, die extra frische Ware am Sonntag nachorderten. „So viele Knospen am Zweig, so oft wird geküsst.“

Ein großer Teebehälter samt Kocher war wichtiges Ausrüstungsteil für Uwe Schirrmeister. Denn der Leipziger hatte seine Werkstatt des Lichts aufgebaut. „In dem Behältnis wärme ich das Paraffin an, aus dem die Kerzen geformt werden“, so der Kunsthandwerker. Angesichts der Kühle dennoch ein filigranes Unterfangen, die hauchdünnen Platten auf dem Arbeitstisch  möglichst ohne Bruch zu rollen. Für das Abkühlen der stilvollen Leuchtelemente hatte der Fachmann aber auch einen Kerzenkühler installiert.

Dicht umringt waren Designer und Schneidermeister, die Mützen und Socken aus Biomaterial und Alpaka-Wolle anboten. So manches schickes Teil blieb nach der Anprobe gleich auf dem Kopf, wie auch Ponchos oder andere Schmuckaccessoires wie Handschuhe und Schals den Kreislauf der Käufer erwärmten.